Das Europäische Patentamt hat Gileads Patent bestätigt. NGOs kritisieren, dass durch unverhältnismäßig hohe Preise auch in Europa viele Patient_innen von der Behandlung ausgeschlossen werden.

Das Europäische Patentamt (EPA) hat am 13.09. das Patent auf das Hepatitis-C-Medikament Sofosbuvir (Handelsname: Sovaldi) bestätigt.

Zivilgesellschaftliche Organisationen aus 17 europäischen Ländern, darunter Ärzte der Welt, Ärzte ohne Grenzen und AIDES, hatten im März 2017 beim EPA beantragt, das Patent zu widerrufen. Ihr Argument: Es handele sich nicht um eine Innovation.

 

Sofosbuvir muss auch in Europa erschwinglich werden

Ziel war, den Import und Vertrieb kostengünstiger Nachahmerpräparate auch in Europa zu ermöglichen.

Nach einer Anhörung am 13.09.2018, bei der um die chemische Basisverbindung von Sovaldi ging, entschied das Europäische Patentamt jedoch: Gileads Patent bleibt bestehen.

 

Sofosbuvir: Preise von unter 100 Euro bis 43.000 Euro für eine Behandlung

Sofosbuvir ist zentraler Bestandteil der meisten Behandlungen, mit denen man die lebensbedrohliche Leberentzündung Hepatitis C in nur 12 Wochen heilen kann.

In Deutschland kostet eine solche Behandlung über 43.000 Euro. In Ländern, wo es keine Patentbarrieren gibt, ist der Preis dank des Wettbewerbs zwischen Generikaherstellern deutlich unter 100 Euro gesunken.

Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge leben sind im europäischen Raum etwa 15 Millionen Menschen, die chronisch mit Hepatitis C infiziert. Das führt zu mehr als 100.000 Todesfällen jährlich als Folge von Leberzirrhose und Leberkrebs.

 

Ärzte ohne Grenzen will Entscheidung anfechten

Bei Ärzte ohne Grenzen zeigte man sich sehr enttäuscht über das Urteil und kündigte an, die Entscheidung anzufechten.

 

Quelle: aidshilfe.de